1906 - 1928 - Die Gründerzeit

1906
Die Firma Bortolazzi wurde von Angelo Bortolazzi gegründet, der im Jahr 1898 von Verona nach Nürtingen übersiedelte. Der Tätigkeitsbereich umfasste den Eisenbahnbau und Erd- und Planierungsarbeiten, zum Beispiel für den Fabrikneubau der Firma Kreidler in Stuttgart-Zuffenhausen.

1906-1914
Die Verwaltung des Baugeschäfts wurde im Gasthaus „Zur Linde“in Nürtingen durchgeführt. Dieses unmittelbar neben dem Rathaus stehende Gebäude hat Angelo Bortolazzi im Jahr 1909 erworben. Bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges im Jahre 1914 war Angelo Bortolazzi an verschiedenen Wasserleitungsbauten in den Gebieten Reutlingen, Fellbach, Frickenhausen, Schlaitdorf, Unterschwarzach bei Waldsee und Gomaringen beschäftigt. In Nürtingen hat die Firma das Fernsprech-Ortsnetz erweitert. Betonarbeiten wurden für den Bau der Hochbehälter, der Wasserversorgung durchgeführt.

1914 - 1918
Während des I. Weltkrieges beschäftigte sich die Firma Bortolazzi mit dem Bau von Wasserleitungen, Kanälen, Hochbehältern und Flussunterquerungen in Mutlangen bei Schwäbisch Gmünd. Auch die ersten Hochbaumaßnahmen kamen in Schw. Gmünd mit dem Bau des Erholungsheims „Schönblick“ zur Ausführung.

1918 - 1925
Die Jahre 1919 und 1920 wurden mit der Instandsetzung des Neckarwehrs in Nürtingen sowie mit Kanalisationsarbeiten in der Nürtinger Innenstadt überbrückt. Gebaut wurden in Nürtingen und der näheren Umgebung u.a. Wasserversorgungs- und Gleisanlagen und Kanalisationen.

1925- 1928
Die Firma Bortolazzi konnte ihren Tätigkeitsbereich über Nürtingen hinaus erweitern. Damit war auch der Weg zur späteren Ansiedlung in Bopfingen vorgezeichnet.
Das allmähliche „Vorrücken“ auf die Stadt unterm Ipf begann im Jahre 1927 an der Staatsstraße Nr. 36 Stuttgart-Nördlingen, deren Abschnitt zwischen Lorch und Schwäbisch Gmünd die Firma zu verbessern hatte. Im Jahre darauf wurde sie mit der Fortführung der Ausbauarbeiten an dieser Straße auf dem Streckenabschnitt Mögglingen-Aalen beauftragt. Und im selben Jahr kam Angelo Bortolazzi, mit seinem Sohn als Bauleiter und seinen Bauarbeitern zum ersten Mal nach Bopfingen. Die Egerverbesserung und der Neubau des Wiesmühlwehrs waren die ersten Aufträge.

1929 - 1959 - Ausweitung der Geschäftsfelder

1928 - 1933
Nach dem Tod des Firmengründers übernahm dessen Sohn Angelo Bortolazzi, der bisher als Bauleiter eingesetzt war, die Führung des Baugeschäfts. In dieser Zeit - man schrieb das Jahr 1929 - baute die Firma in Trochtelfingen die Eger und die Bahnhofstraße aus.

1933

Aus diesem Jahr datiert auch die Verlegung des Firmensitzes von Nürtingen am Neckar nach Bopfingen. Im Gleichen Jahr baute Angelo Bortolazzi jun. ein Wohnhaus mit Büroräumen und erwarb 1935 ein Fabrikanwesen als Lagerplatz in Bopfingen.
Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges hat die Firma für das Straßen- und Wasserbauamt Ellwangen viele Straßen gebaut, darunter die Ortsdurchfahrten Pflaumloch, Trochtelfingen und Lauchheim, sowie die Bopfinger Umgehungsstraße. Von den damals ausgeführten Wasserbaumaßnahmen sei der Ausbau der Sechta bei Oberdorf am Ipf genannt.

1937
Die Firma eröffnete auf der Markung Röttingen einen Steinbruch, um die eigenen Straßenbaustellen im Bauamtsbezirk Ellwangen mit Steinmaterial zu beliefern. Als herausragende Straßenbaumaßnahme für diese Zeit ist der Ausbau des schienengleichen Bahnübergangs in Hofen zu nennen.

1939 - 1945

Beschäftigt war das Baugeschäft mit Gleisbauarbeiten für die Bahnmeisterei Aalen, sowie mit Unterhaltungsarbeiten für verschiedene Industriebetriebe.

1945 - 1953
Völliger Neubeginn nach dem Krieg. Umstellung auf ein Statik- und Architekturbüro für die Planung von Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Scheunen im Bopfinger Raum. Die Ausführung der Arbeiten übernahm teilweise das Baugeschäft. Die Planungsarbeiten beendete man im Jahr 1949 und konzentrierte sich auf die Ausführung der Bauleistungen. Parallel dazu wurde auf dem Lagerplatz an der Neuen Nördlinger Straße die Fabrikation von Betonwaren, Dachplatten, Gehwegplatten und Hohlblocksteinen aufgenommen, die zum größten Teil mit einem Pferdefuhrwerk ausgefahren wurden.
Als Tiefbaumaßnahme war die Kanalisierung der Hauptstraße in Bopfingen im Auftrag. Nach der Währungsreform 1948 kam auch wieder der Straßenbau in Gang. Erste Auftraggeber der Firma Bortolazzi waren die Stadt Bopfingen, die Erschließungsstraßen bauen ließ und das Straßenbauamt Ellwangen, das den Auftrag zum Ausbau der Ortsdurchfahrt Nordhausen erteilte.
Im Jahre 1949 pachtete die Firma von der Stadt Bopfingen den Steinbruch „Sandberg". Die Tiefbauabteilung hatte Arbeiten der Wasserversorgung, z.B. Zweckverband Rieswasserversorgung und der Zweckverband Wasserversorgung Rombachgruppe (Aalen). Allein im Einzugsgebiet der Riesgruppe wurden 22 Gemeinden mit Wasser versorgt.

1953 - 1959

In dem beginnenden Baumaschinenzeitalter wurden viele Investitionen an Geräten durchgeführt. Es wurden Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ausgebaut. Auch Betonarbeiten, wie der Bau der Egerbrücke in Bopfingen und Kanalisationsarbeiten in Neuler weisen nach, dass die Firma ihr Ausführungsprogramm nicht einseitig auf den Straßenbau ausgerichtet hatte

1959 - 1991 - Das Baumaschinenzeitalter

1959 - 1981
Nach dem Tod von Angelo Bortolazzi im Jahr 1959 übernahm die Leitung des Unternehmens sein Sohn Erich Bortolazzi.
Im Jahre 1967 wurden ein neues Verwaltungsgebäude und eine neue Reparaturwerkstatt für Lastkraftwagen und Baumaschinen am Lagerplatz in der Neuen Nördlinger Straße bezogen. 1969 wurde eine Bitumenmischanlage auf dem Sandberg in Betrieb genommen.

1969
1969 brannte das Gebäude der ehemaligen Leimfabrik in der Neuen Nördlinger Straße ab. Es wurde daraufhin durch einen Neubau eines Wohn-, Geschäftshaus und einer Fabrikationshalle ersetzt.

1971
Es wurde ein Schotterwerk im Steinbruch „Sandberg" errichtet. 1979: Aufspaltung der A. Bortolazzi in A. Bortolazzi Grundstücks- und Gebäude GbR und Straßenbau GmbH. Geschäftsführer bleibt Erich Bortolazzi. 1980 entstand ein Kleingerätemagazin mit Werkstatt, eine Fahrzeughalle und eine moderne Tankstelle.

1991 - heute - Die Moderne

1991 - 1994
Im Jahre 1991 wurden die neuen Verwaltungs- und Werkstattgebäude eingeweiht und bezogen. 1992 geschahen die Einrichtung der Steinbruch GmbH (Geschäftsführer: Walter Bortolazzi) sowie die Gründung der eigenständigen Firma: EBG Bau GmbH in Ehrenfriedersdorf / Sachsen.

1994
Übernahme der Geschäftsführung durch Walter und Ursula Bortolazzi.

2006
Die Firma Bortolazzi feiert ihr 100 jähriges Jubiläum.